Wie stolz bist DU?

Ich hatte ein grosses Problem.

Es gab eine Zeit, da konnte ich nicht um Hilfe bitten. Warum? Weil ich in meinem Leben so erfolgreich war, dass ich anderen die ganze Zeit geholfen habe. Ich war der Superman, der immer alles im Griff zu haben schien. Und Superman bittet nicht um Hilfe. Er kann alles selber regeln. Das habe ich zumindest gedacht. Und tatsächlich, mit Geld kann man viel machen. Aber definitiv nicht alles.

Erfolg füttert Dein Ego

Also was war wirklich mit mir los? Die Erfolge aus meiner Vergangenheit haben mein Ego gefüttert. Mit jedem Erfolg wurde es grösser. Hast du dich je gefragt, was die grösste Hürde eines Mannes auf dem Weg zur Erlösung ist? Richtig. Sein Ego und sein Stolz.

Natürlich ist es nicht nur schlecht, ein starkes Ego zu haben und stolz zu sein. Im Gegenteil. Immerhin ist das der Motor, der uns im Leben antreibt, damit wir jemand werden. Es ist der Antrieb für unsere Leistungen. Aber es hat eben auch eine sehr gefährliche Seite.

So viele Männer machen dumme Sachen, weil sie schlichtweg zu stolz sind. Als Beispiel nehmen sie grosse Schulden auf nur um sich ein teures Auto oder Haus zu kaufen, welches sie sich nicht leisten könnten oder sie sind zu stolz einen Anruf zu machen um sich bei seinem Bruder, Schwester oder Vater zu entschuldigen. Du siehst: Ein grosses Ego zu hat die Eigenschaft deine GROSSARTIGKEIT zu zeigen – aber auch diese zu zerstören, falls wir uns seiner Gefahr nicht bewusst sind.

Selbstreflektion als Schlüssel um die dunkle Seite des Ego zu vermeiden

Wenn Jungs erwachsen werden, begehen sie oft wegen ihres Egos einen grosse Denkfehler. Lange Zeit glauben sie, dass sie alles wissen, was sie übers Leben wissen müssen. Sie sind nicht gewillt, dazu zu lernen oder Autoritäten zu akzeptieren. Sie sind nicht offen, weil ein grosser Fels vor ihrer Nase ihnen die Sicht versperrt: ihr Ego.

Aber wenn ein Mensch aufhört, zu lernen, wächst er nicht mehr. Ja, der Körper ist zu diesem Zeitpunkt vollständig entwickelt, aber der Geist folgt gänzlich anderen Gesetzen. Er muss ständig wachsen, um sich erfüllt zu fühlen. Meine Verletzlichkeit zu zeigen und um Hilfe zu bitten war eine wichtige Fähigkeit, die zu lernen ich mir während meiner Jugend nicht die Mühe gemacht hatte. Ich habe das als Schwäche angesehen – als etwas, das erfolgreiche Männer nicht tun. Für kurze Zeit hat mir diese Angewohnheit sogar geholfen – so sah es zumindest aus.

Verletzlichkeit zu zeigen ist ein Ausdruck von Stärke

Ich dachte, wenn ich um Hilfe oder Rat bitte, bedeutet das, dass ich alleine nicht klar käme, oder dass mir entscheidendes Wissen fehlt. Und dass ich damit zugeben würde, dass jemand anderes in etwas besser war als ich. Was damals für mich undenkbar war. Aber inzwischen weiss ich, dass um Hilfe zu bitten ein Zeichen von Stärke ist. Also habe ich mit meiner „Einsamer Wolf“-Strategie kleine Siege im Beruf und in Beziehungen eingefahren und dabei nicht erkannt, dass ich mich immer weiter isolierte und mich immer schlechter fühlte.

Erst als ich mehr über das Ego lernte, sah ich, welchen Schaden ich damit bei mir anrichtete. Nochmals: Das Ego ist nicht grundsätzlich schlecht. Es geht nicht darum, es „umzubringen“. Es ist ein integraler Teil von uns, und solange wir leben, wird auch unser Ego leben. Ich möchte mich heute auf Meister Eckhart Tolle’s Wissen beziehen, weil sein Verständnis vom Ego keinem anderen gleicht. In diesem Artikel (englisch) erklärt Tolle, dass das männliche Ego auf der einen Seite wie ein Schwert ist, welches „angreift“ und dadurch Erfolg und Fortschritte erzielen will. Gleichzeitig aber auch ein Panzer, das viele Männer als Ort zum Verstecken nutzen oder als Möglichkeit, uns von einer Welt abzukapseln, die unseren Erwartungen nicht entspricht.

Wenn ein Mann sein Ego als Panzer nutzt, weigert er sich, um Hilfe zu bitten, obwohl er damit oft sofort ein besseres Ergebnis erzielen und – noch wichtiger – die Verbindung mit einem anderen menschlichen Wesen erschaffen könnte. Im Laufe der Zeit, während wir uns tiefer und tiefer in unseren Schutzpanzer zurückziehen, schlagen wir immer wieder um uns und kategorisieren andere Menschen als Bedrohung oder Feinde. Kurz gesagt, wir verlieren die innere Verbindung zu uns und zur Welt.

Entweder du kontrollierst das Ego – oder das Ego kontrolliert dich

Wie benutzt du dein Ego? Als Schwert oder als Panzer? Steht dein Ego dir im Weg bei dem Versuch, Beziehungen aufzubauen? Nimm dir ein wenig Zeit, über diese Fragen nachzudenken. Die Rolle zu verstehen, die dein Ego spielt – und es zu kontrollieren lernen – ist der Schlüssel zu äusserem Erfolg und einem reichen, inneren Leben.

Übrigens, Frauen haben diese „Ego-Problem“ in der Regel viel weniger, haben dafür eine andere Herausforderung. Sie sind weiser als Männer, weil sie oft mehr an die Gruppe denken und langfristiger planen. Das macht sie nicht besser als uns. Es macht sie einfach anders. Ihre grösste Hürde zum persönlichem Wachstum ist EIFERSUCHT. Wenn die Eifersucht sie packt (vor allem gegenüber anderen Frauen), sind häufig Wohltätigkeit und Mitgefühl in einer Sekunde verschwunden. Was ziemlich lustig zu beobachten ist 🙂 Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zu uns Männern.

Und wohin führt häufig ein grossers Ego bei Männern? In die Einsamkeit. Es ist meiner Meinung nach die grösste Gefahr des 21. Jahrhunderts. Das meine ich ernst. Mehr dazu im nächsten Post!

Auf unsere Legende,

Arsim und Team

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